Grundstock BioAugust

 

Auf  dem elterlichen Hof in Hanstedt-Ehebrock Börde Rhade / Landkreis Rotenburg 

sowie in der Verwandtschaft Theilmann in den  Niedersächsischen Regionen

Land Wursten - Hainmühlen/Geestland - Gestenseth/Landkreis Wesermünde - Buxtehude/Landkreis Stade

wurde im ersten und zweiten Lebensjahrzehnt in den 1950er/60er Jahren der Grundstock

zum Bi0August geschaffen.

Auf dem Hof wurde nur Plattdeutsch geprochen und die Sprache ist mir heute noch geläufig.

Die Worte Öko, Verschwendung von Nahrungsmitteln / Natur und Klimaschutz kannte man damals nicht!

Das Wort Bio war nur auf der weiterführenden Schule als Begriff für das Unterrichtsfach  Biologie bekannt.

 

Tierhaltung

Oberstes Gebot

in der elterlichen Landwirtschaft war

artgerechte Tierhaltung und liebevoller Umgang mit Tieren.  Die Bilder zeigen   die Liebliengskälbchen

von August Rettig und Schwester Marlene.

Milchwirtschaft - Käse

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war die tägliche Lieferung der Milch an die Molkerei in Rhade.

Geflügelhaltung - Eier

Tagsüber durften Hühner und Gänse sich auf dem  Hofgelände frei bewegen. Nachts wurden alle Hühner und Gänse zum  Schutz  vor Fuchs, Iltis und Mader im  Hühnerstall mit einem extra Vorscharraum in Sicherheit gebracht. Der im Nachtquartier gesammelte Hühnermist war wertvoller Dünger im Hofgarten.

Der Eierverkauf war eine gute Nebeneinnahme und sorgte für genügend Kleingeld in der Hofkasse.

Füterung der Tiere

erfolgte grundsätzlich mit Produkten aus eigener Landwirtschaft.

Zum Beispiel

Gedämpfe Kartoffeln im Schweinetrog

sorgten als Schweinefutter für beste Fleisch- und Fettqualität.

Winterzeit Rind - Pferd

Bruder Hermann sorgte Tag für Tag für gute Ernährung im Viehstall und extra Futter für die Pferde.

Ackerbau

Unkraut wurde Reihe für Reihe auf dem Acker von Hand bearbeitet.

Kartoffelkäfer wurden von Hand gesammelt.

Getreideernte

Angebaut wurde Roggen, Gerste und Hafer.

Eltern und Geschwister waren mit Hilfe der Pferde  täglich von morgens bis abends im Einsatz.

Sonntags war grundsätzlich Ruhetag,

insbesondere für die Pferde.

Kartoffelanbau

Ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor war der Anbau von Speisekartoffeln sowie Saatkartoffeln.

Kartoffelernte

Ein besonderes Ereignis bei der Kartoffelernte war nachmittags das gemeinsame Kaffeetrinken mit  zahlreichen Helfern und Helferinnen im Familienkreis

am Ackerrand. Die Kaffeetafel war gefüllt mit frisch gekochtem Kaffee,  mit verschieden belegten Broten und frisch gebackenem Butterkuchen.

Die Kartoffelfelder wurden danach noch  abgesucht.

Kartoffellagerung

Der größte Teil der Kartoffeln wurde sofort nach der Ernte sortiert und im Lkw  bzw. Güterwaggon der Kleinbahn WZTE zum Verkauf abtransportiert.

Viele Familien,

insbesondere alle Helfer und Helferinnen  auf dem Hof wurden auch direkt mit Einkellerungskartoffeln  beliefert.

Hieraus sind nachhaltige Freundschaften entstanden.

Rübenacker

Runkeln und Steckrüben

waren im Herbst  die wichtigste Ernte  für die Rindviecher im Winter. 

Reste wurden nach der Ernte  von den Kühen auf dem Acker gefuttert.

Ernährung

Backtag - Täglich Brot

Brote und Butterkuchen wurden im hofeigenen Backsteinofen frisch gebacken.

Der Backtag war für uns Kinder immer ein besonderes Ereignis, denn wir durften einen kleinen Kuchen für uns selbst backen.

Geheizt wurde mit Brenntorf aus dem Eigenanteil im Karlshöfener-Moor.

Ferner  wurden Steckrüben gegen Brenntorf aus Holland getauscht.

Grünkohl - Steckrüben

und weitere

Gemüsearten

wurden nach alten Rezepturen in der Regel von der Oma zu leckeren Speisen in der Herbst und Winterzeit zubereitet.

Grundnahrungsmittel

Selbstgemachtes wurde in großer Vielfalt und Mengen in einem  extra Vorratskeller gelagert.

Die Vorräte reichten bis zum nächsten Sommer.

Mettwurst und Schinken wurden in einer extra Kammer auf dem Boden gelagert und waren alleiniges Hoheitsgebiet der Eltern.

Korbimkerei

Honig aus der hofeigenen Korbimkerei gehörte selbstverständlich zu den Grundnahrungsmitteln.

Gemüse und Obst

wurde in großer Vielfalt auf dem Hofgelände geerntet.

Ein restlicher Stamm des ältesten Obstbaumes aus dem Jahr 1928 trägt bis in die heutige Zeit Jahr für Jahr noch reichlich Äpfel.

Hofleben

Dat witte Peerd

(Vollblut Araber - klein)

Dat swarte Peerd

(Hannoverraner - groß)

Die beiden starken und temperamentvollen Arbeitspferde wurde auf dem Hof nur Schimmel und Schwarte genannt und waren in alle den Jahren von 1948 bis Anfang der 1960er Jahre treue Begleiter mit nachhaltigen Erlebnissen, vor allem  in der Erntezeit.

Hofhund Igo I

richtete täglich stets seinen Blick in die gleiche Richtung so lange sein Herrchen noch mit dem Auto  unterwegs war.

Bei der Rückkehr von Vater Ernst gab es jedesmal eine stürmische Begrüßung.

Hofhund Igo II

Nachfolger von Igo I war ebenfalls ein treuer Begleiter und stets bemüht eine Aufgabe wahrzunehmen.

Wachsamkeit hatte zu jeder Tages- und Nachzeit bei beiden Hunden oberste Priorität.

Die Katzen hatten es nicht immer leicht mit den Igo`s.

Naturparadies

Das gesamte Hofgelände und die angrenzenden Waldgebiete, Wasserläufe   und Fischteiche  sind heute noch  ein Paradies für über 30 Vogelarten.

Insbesondere das Vogelgeschwitscher  von Spatzen, Pirol, Kuckuck und Buchfinken sowie das Hämmern der Spechte bleibt unvergessen.

Lieblingsvogel Buchfink

Das Geschwitscher des Buchfinken konnte ich bis in 1990er Jahre nachmachen.

Bis in die heutige Zeit haben alte Rosenarten  aus dem Hofgarten ihren Glanz erhalten.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Öko- Gastro- Service