Fundament BioAugust

 

 

Auf dem elterlichen Hof 

in Hanstedt-Ehebrock, Börde Rhade

wurde schon früh in der Kindheit in den  50er  Jahren

  das Fundament für BioAugust geschaffen.

Des Weitern in der Verwandtschaft

 im  Land Wursten, Geestland Landkreis Wesermünde

und in der Lüneburger Heide.

Natur und Tierschutz war selbstverständlich!

                                                                                                                  Lieblingskälbchen von August

Oberstes Gebot in der elterlichen Landwirtschaft war artgerechte Tierhaltung

und liebevoller Umgang mit Tieren.

Sonntags war grundsätzlich Ruhetag, insbesondere für die Pferde!

Milchwirtschaft

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war die tägliche Lieferung der Milch an die Molkerei in Rhade.

Käse auf dem Teller und täglich frische Milch war  daher in der Dreigenerationen Familie selbstverständlich.

Die auf dem Rückweg gelieferte Dickmilch war für die Fütterung der Tiere bestimmt.

Am schnellsten melken konnte meine Mutter und meine ältere Schwester Marlene. Meine Mutter hatte dabei stets ein Lied auf den Lippen.

Geflügelhaltung - Täglich frische Eier

Tagsüber durften sich Hühner und Gänse auf dem Hofgelände frei bewegen. Nachts wurden alle Hühner und Gänse zum Schutz vor Fuchs, Iltis und Mader im Hühnerstall mit einem extra Vorscharraum in Sichwerheit gebracht.

Der im Nachtquartier  gesammelte Hühnermist war wertvoller Dünger im Hofgarten. Der Eierverkauf  war eine gute Nebeneinnahme und sorgte für genügend Keingeld in der Hofkasse.

Fütterung der Tiere

erfolgte grundsätzlich mit Produkten aus eigener Landwirtschaft. Zum Beispiel sorgten  gedämpfte Kartoffeln im Schweinetrog als Schweinefutter für beste Fleisch- und Fettqualität.  Die Rindviecher erhielten im Herbst und Winter als Hauptgang täglich zerkleinerte Runkeln mit Mehlauflage. Wir Kinder mußten oft die Runkeln für den täglichen Bedarf  reinigen. Die Zerkleinerung erfolgte separat in einem Rübenschneider.

Danach gab es Heu und  als letzten Gang Stroh. Die Pferde erhielten extra gelagertes  Futter von höchster Qualität.

Ackerbau

Der längste Acker war 535 Meter lang.

Je nach Jahreszeit wurden Kartoffeln, Roggen, Gerste, Hafer, Runkeln, Steckrüben und Grünkohl angebaut.

Der Kartoffelanbau  war der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Ackerbau.

Reihe für Reihe wurde auf dem Acker Unkraut von Hand bearbeitet und Kartoffelkäfer von uns Kindern  gesammelt. Ein besonderes Ereignis in der Kartoffelernte war nachmittags das gemeinsame Kaffeetrinken mit zahlreichen Helfern und Helferinnen im Familienkreis am Ackerrand.

Die Kaffeetafel war gefüllt mit frisch gekochtem Kaffee, mit belegten Broten und frisch gebackenem  Butterkuchen. Damit keine Kartoffeln auf dem Acker liegen bleiben, wurden die abgeernteten Kartoffelfelder  nochmals extra abgesucht. Viele Familien, insbesondere alle Mitarbeiter auf dem Hof erhielten Einkellerungskartoffeln. Hieraus sind nachhaltige Freundschaften entstanden. Der gößte Teil der frisch geernteten Kartoffeln wurde nach Vorsortierung und Abfüllung in 1 Zentner Säcke überwiegend vom nahegelegenen Bahnhof Rhadereistedt mit Güterwaggons der "WZTE"  Wilstedt-Zeven-Tostedter-Eisenbahn"

und Jan Reiners (Schmalspureisenbahnstrecke zur Erschließung der Moorgebiete nördlich von Bremen bis 1956)  von Tarmstedt bis Bremen geliefert.

Für die  Kartoffellagerung im Winter wurden die restlichen Kartoffeln bis Anfang der 60er Jahre in extra ausgehobenen Kartoffelgräben mit guter Belüftung frostsicher mit Stroh und Erde darüber auf dem Hofgelände bzw. am Waldrand  den Winter über eingelagert.

Hofeigene Ernährung

Im hofeigenen Backsteinofen wurden Brote und Butterkuchen wöchentlich frisch gebacken. Der Backtag war für uns Kinder immer ein besonderes Ereignis, denn wir durften einen kleinen Kuchen für uns selbst backen. Geheizt wurde mit Holz und Brenntorf aus dem Eigenanteil im Karlshöfener-Moor. In einer extra Torf- und Holzscheune lagerten die Vorräte für zwei Jahre.

Hausgebackenes Brot war ein sehr wichtiges  Nahrungsmittel in der täglichen Ernährung. Von Oma mit hofeigenen Nahrungsmitteln belegte Brote fehlten beim täglichen Schulbesuch nie im Schulranzen

(ebenso bei Flüchtlingskindern).

Nach den ersten Frosttagen im Winter gab es mehrmals in der Woche Grünkohl mit Kümmel nach alten Rezepturen.  Steckrüben wurden fast das ganze Jahr über von Oma zu leckeren Speisen verarbeitet. Vorrangig wurde Steckrübeneintopf in verschiedenen Varianten zuberteitet. Des Weiteren gab es je nach Jahreszeit regelmäßig übereinander gestapelten Pfannkuchen, zum Beispiel  gefüllt mit  im Wald gesammelten Bickbeeren.

Gemüse Obst und mehr

wurde in großer Vielfalt auf dem Hofgelände geerntet und nach Oma`s Rezepturen verarbeitet.

Selbstgemachte Grundnahrungsmittel

wurden in großer Vielfalt und Mengen in einem extra Vorratskeller  gelagert. Die Vorräte reichten fast ein ganzes Jahr. Mettwurst und Schinken  wurden in einer extra Kammer auf dem Boden gelagert und waren alleiniges Hoheitsgebiet der Eltern.

In der Blütezeit des Flieders

wurde als Erfischungsgetränk Fliederbeersekt nach Oma`s Rezeptur hergestellt und in große Kannen abgefüllt. Von den später roten Fliederbeeren  wurde Fliederbeersaft und Gelee hergestellt.

Honig

aus der hofeigenen Korbimkerei wurde nach Oma Theilmann`s Rezeptur  in großen Eimern abgefüllt und gehörte selbstverständlich ebenso zu den täglichen Grundnahrungsmitteln.

Naturparadies Ehebrock und Umgebung

Das gesamte Hofgelände und die angrenzenden Waldgebiete, Wasserläufe und Fischteiche sind heute noch ein Paradies für sehr viel Vogelarten. Das Vogelgezwitscher  von Spatzen, Schwalben, Kuckuck, Pirol, Buchfinken und mehr , sowie das Hämmern der Spechte bleibt unvergessen!

Bis in die heutige Zeit haben alte Rosenarten im Hofgarten ihren Glanz erhalten. Ein restlicher Stamm eines Apfelbaumes aus dem Jahr 1928 trägt bis in die heutige Zeit noch Jahr für Jahr reichlich Äpfel.

Der Hof wird nicht mehr in eigener Regie landwirtschaftlich bewirtschaft. Acker- und Grünlandgelände wird Fremdbewirtschaftet.

 

Schimmel

Vollblut Araber - kleines Pferd

und Swarte

Hannoverraner  - großes Pferd

waren zwei starke und temperamentvolle Pferde

1948

durfte ich als dreijähriger Junge meinen Vater begleiten als er  die beiden Pferde auf den Hof holte.

 

Bildergalerie elterlicher Hof in Hanstedt-Ehebrock

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